Knossos, oder: Das Schweigen der Minoer - Tag 5 von #KretaLive

#KretaLive Knossos

Einen ganzen Tag in Knossos gewesen. Im Schatten eines uralten, betörend duftenden Feigenbaums gesessen. Nachgedacht. Geschrieben. Bilder bearbeitet. Getwittert.

 

Hier, in einer der Wiegen Europas, stellte ich mir die Frage nach dem, was wir wirklich über die Jahrtausende hinweg hinüberretten können.

 

Wir stehen staunend vor antiken Resten. Wir hungern nach Geschichten. Wir dürsten nach dem Sinn. Und doch wird uns auf immer verborgen bleiben, was Menschen vor Jahrtausenden bewegte. Wir schreiten an Gebäuden vorbei, deren echter Zweck auf immer Gegenstand von Spekulationen bleiben wird. 

 

Und so kann es gar nicht anders sein: Unsere Beschäftigung mit der Vergangenheit bleibt Illusion. Angesichts des Schweigens der Minoer werden wir - auf der Suche nach Antworten - auf uns zurückgeworfen. Im Spiegel der Zeiten sehen wir immer wieder dieselbe Person: uns selbst. 

 

Wir halten den Augenblick in Geschichten fest, auch wenn uns die Geschichte verschlossen bleiben wird. Wir werfen Münzen in den Wunschbrunnen und fühlen uns von der Vergangenheit bekräftigt.

 

Deshalb kommen wir nach Knossos.  Deshalb reisen wir.


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