Schluss mit Schlagzeilen: Zeit, Jordanien zu erleben!

Amman by Night © Wikimedia Commons
Amman by Night © Wikimedia Commons

Amman – bei Tag ein weit erstrecktes, welliges Häusermeer mit weißen Würfeln. Bei Nacht ein funkelnder, kostbarer, lichtbestickter Teppich. Beim Überfliegen, knapp vor der Landung, scheint es fast, als würden diese Lichter sich bewegen, atmen. Als wäre Bewegung unter der glitzernden Oberfläche der Metropole zu spüren.

Hat das Lauffeuer der arabischen Unzufriedenheit auch das als stabil geltende Königreich der Haschemiten erreicht? Schlagzeilen titeln von Unruhen. Doch das Amman, durch das ich fahre, prägt eher das Treiben einer geschäftigen, modernen, hektischen Großstadt mit Burger King-Filialen und Blackberry-Transparenten.

Jordanien darf nicht mit Tunesien, Ägypten, Bahrain und Libyien einen Topf geworfen werden. Darüber sind sich meine Gesprächspartner einig. Ja - es gibt auch Unzufriedenheit. Es gibt Herausforderungen, die anstehen, für die die Menschen Lösungen verlangen. Von den steigenden Lebenshaltungskosten bis zum Wunsch nach stärkerer politischer Beteiligung aller Bevölkerungsschichten.

Jordanien ist ein Staat, der in wenigen Jahrzehnten Metamorphosen erlebte. Vom Beduinen- und Bauernland zum Schmelztiegel der Völker. 400.000 Menschen lebten 1946 im Gebiet des heutigen Jordanien – 5,9 Millionen sind es heute, davon 2,5 Millionen allein in der Metropole Amman.

Das Schicksal des Landes ist stark durch den israelisch-palästinensischen Konflikt geprägt. 1,5 Millionen palästinensische Flüchtlinge kamen über die Jahrzehnte hinweg in Wellen nach Jordanien. Der Anteil der Beduinen – die einst die Mehrheit der Bevölkerung stellten – ist heute auf weniger als 5 Prozent zurückgegangen. Dabei fühlen sich viele Palästinenser als alteingesessene Jordanier – besonders jene, deren Eltern und Voreltern bereits vor der Unabhängigkeit 1946 ins Land kamen.

Trotz latenter Konflikte zwischen der beduinischen und der palästinensischen Bevölkerung sehen viele Experten die Monarchie als nicht gefährdet. Die Wahrscheinlichkeit, dass es in Jordanien in den nächsten 12 Monaten zu grundlegenden Reformen und/oder einem Systemwechsel kommt, wird von Experten als eher gering eingeschätzt – und zwar auf 15 %.

König Abdullah II. ist seit seinem Amtsantritt 1999 bemüht, sein Land politisch und wirtschaftlich zu modernisieren. Die jüngsten Demonstrationen sind vor allem als Ausdruck der Unzufriedenheit mit den derzeitigen Lebensumständen zu werten. Die Jordanier wollen Reformen – aber nicht, dass der König geht.

Vor diesem politischen und gesellschaftlichen Hintergrund sind auch die letzten Auseinandersetzungen zu sehen. Es geht in Jordanien - anders als in Tunesien, Ägypten, Bahrain und Libyen - nicht um einen Systemwechsel.

Auch der Tourismus - und damit zurück zu den Motiven meiner Reise - lebt von der Stabilität des Landes. Ausländische Unternehmen haben in den vergangenen Jahren viel in neue Hotelanlagen und die touristische Infrastruktur in Petra, Amman und am Toten Meer investiert. Auch dies ein Ausdruck des Vertrauens.

Ich besuche in den nächsten Tagen ein Land, das seit über 30 Jahren keine kriegerische Auseinandersetzung mehr gesehen hat. Ein Land, dessen wichtigste Devisenquelle der Tourismus ist.

Zeit also, den Fokus auf das Land selbst zu lenken. Die Attraktionen, das Einzigartige. Zeit, Jordanien zu erleben. Mit allen Sinnen. Live. #JordanLive.


#JordanLive

24.-28.2.2011

Die  #JordanLive Reisereportage führte vom 24. bis 28. Februar 2011 nach Jordanien. Das Jordan Tourism Board zeigte im Rahmen einer Pressereise, dass Jordanien nach wie vor ein sicheres Reiseziel ist. Günter Exel berichtete live aus Amman, von der Königsstraße, aus Petra und vom Toten Meer.

 

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